„Der Weg über die Gewerkschaften hat nicht funktioniert, denn nur ein Bruchteil der ca. 1,2 Millionen Pflegenden (die genaue Zahl ist unbekannt) ist dort organisiert. Ein wichtiger Grund dafür ist, daß sie sich nicht adäquat durch Verdi & Co vertreten fühlen“, so Thorsten Gieseler v. 17.02.10 in Pflege-Gesundheit-Management, Pflegekammer in Niedersachsen – Grüne und SPD machen sich stark >>> http://p-g-m.org/2010/02/17/pflegekammer-in-niedersachsen-gruene-und-spd-machen-sich-dafuer-stark/ <<< (html).
Nun – ob dem so ist, kann diesseits nicht beurteilt werden, wenngleich doch das Argument insgesamt interessant ist.
Nur ein „Bruchteil“ der ca. 1,2 Millionen Pflegenden hat sich derzeit zu einer freiwilligen Registrierung entschlossen, obgleich in der Debatte um das Für und Wider einer Kammer in der Registrierung ein Gradmesser und damit ein erster Schritt zur Verkammerung gesehen wird. Andererseits darf hier einfach mal in den Raum gestellt werden, dass bei den Gewerkschaften mehr Pflegekräfte organisiert sind als dies bisher durch die freiwillige Registrierung erfolgt ist.
Darf nun hieraus der Schluss gezogen werden, dass sich die Pflegekräfte „nicht adäquat“ durch den DPR &. Co vertreten fühlen?
Da nimmt es nicht wunder, wenn sich derzeit auch die kritischen Stimmen - aus der Pflege selbst kommend – mehren. Vgl. dazu etwa die nachfolgenden Kommentare im Forum v. Werner Schell >>> http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?t=13706 <<< (html).
Interessant wäre in diesem Zusammenhang stehend auch zu erfahren, wie wohl andere Pflegerechtler die Verkammerungstendenzen der Berufsverbände beurteilen und ob diese tatsächlich von einer zwingenden Notwendigkeit der Verkammerung überzeugt sind, mal von Prof. Dr. Gerhard Igl (Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Sozialrecht an der Christian- Albrechts-Universität zu Kiel) abgesehen, dessen aktuelles Rechtsgutachten mit Aussagen auch zur Kammerproblematik hinreichend bekannt sein dürfte.
Lutz Barth